Deutscher Mühlentag


Was viele gar nicht wissen: jedes Jahr an Pfingstmontag ist Deutscher Mühlentag. Nun mag die mangelnde Bekanntheit dieses schönen Feiertages auch damit zuhängen, dass es in den urbanen Regionen und Großstädten nun einmal kaum oder gar keine Mühlen gibt. Auf dem Land, oder in unserem Fall speziell hier im Schwarzwald, wimmelt es nur so von alten Mühlen, Sägen und Seilereien. Und damit ist der Pfingstmontag oder eben auch der Deutsche Mühlentag bei uns im Hochschwarzwald etwas ganz besonderes. Das Ziel ist es die Kulturdenkmäler zu erhalten und das öffentliche Interesse auf die technischen Denkmäler zu richten, deren Geschichte über 2000 Jahre zurückreicht. Jede Mühle hat ihre ganz eigene Geschichte und es geht dabei meist um mehr als nur die Technikgeschichte. Jedes dieser wertvollen Kulturdenkmäler spiegelt auch ein Stück kultur- und sozialgeschichtliche der Gegend in der sie steht wieder. Sie verkörpern ein Stück erlebbare Geschichte.

Entdeckt wurde das Wirkunsprinzip der Mühle, das Zerkleinern des Mahlgutes zwischen einem feststehenden Bodenstein und einem rotierenden Läuferstein schon vor ewigen Zeiten. Ob mit der Kraft des Wassers oder des Windes, die Drehbewegung der Antriebswelle wird so geleitet und umgesetzt, so dass in der Mühle sitzenden Maschinen etwas mahlen z.b. Getreide oder hierdurch diverse Maschinen angetrieben werden zb. eine Sägemühle, Papiermühle, Hammerschmiede oder eine Seilerei.

Zum Betrieb der Mühlen im Schwarzwald wurde logischerweise über Jahrhunderte die Wasserkraft verwendet. Die Wasserkraft ist heute noch mit Abstand die wichtigste erneuerbare Energie.

Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. (DGM) hat an Pfingstmontag also eine Art Tag der offenen Tür in den noch gut erhaltenen und oft noch intakten Wind- und Wassermühlen in Deutschland initiiert. Die Besucher können so hautnah erleben wie das fast in Vergessenheit geratene Handwerk tatsächlich funktionierte.

In Hinterzarten und Umgebung öffnen folgende Mühlen, Schmieden und Sägen Ihre Tore:

Hochgangsäge Löffeltal ist am Wanderweg "Heimatpfad Hochschwarzwald" auf dem Löffeltalweg gelegen. Die Einstelzer-Hochgangsäge ist eine Hofsäge aus dem 18 Jahrhundert und wurde im Jahr 2001/ 2002 restauriert. Hochgangsägen sind die Weiterentwicklung der im Schwarzwald einst stark verbreiteten Klopfsäge. Der Antrieb der Technik erfolgt über ein Wasserrad. Die Säge ist nicht nur zu Pfingstmontag, sondern von Mai - Oktober jeden 1. und 3. Sonntag im Monat in Betrieb.

Großjockenmühle liegt ebenfalls am Wanderweg "Heimatpfad Hochschwarzwald" in der Ravennaschlucht. Die Schwarzwälder Hofmühle von 1883 war eine traditionelle Mahlmühle und hatte eine Drahtseiltransmission zum Hof. Bemerkenswert an dieser Schwarzwälder Bauernmühle ist die Wasserzufuhr durch das Dach. In den Jahren um 1970 wurde die Großjockenmühle restauriert und wieder in Betrieb genommen. 1982 erhielt die Großjockenmühle vom Regierungspräsidium Freiburg einen 1. Preis für das "schönste Beispiel privater Instandsetzung von Kulturdenkmalen".

Mühle Höllsteig mit histor. Seilerei und Ölmühle. Die ehemalige Mühle des Moserhof im Oberprechtal wurde im Jahr 2008 auf das Gelände Höllsteig ebenfalls am Wanderweg "Heimatpfad Hochschwarzwald" umgesiedelt. Die Mühle mit Wohnteil ist im Zustand wie Ende des 18. Jahrhundert wieder original eingerichtet mit Rauchküche, Schusterwerkstatt und der Küblerei des Packfassmacher im Dachgeschoss, wie sie bis in das frühe 20. Jhdt. am Ausgang des Löffeltal betrieben wurde. Die Mühle mit einem Mahl- und einem Gerb-Gang wird ebenfalls über ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben. Seit 2005 gibt es hier am Höllsteig auch die originalgetreu rekonstruierte und funktionsfähige Seilerei aus dem 18. Jahrhundert.

Jockeleshofmühle & Säge liegt am Winterhaldenweg in Hinterzarten in Richtung Titisee. Es ein Mühle mit Mahlwerk inklusive Stampfe und eine Hochgangsäge. Zu bieten hat sie außerdem eine Lichtmaschine und eine Drehbank. Früher gab es eine Seiltransmission zum oberhalb gelegenen Hofgelände. Die Mühle wurde in den Jahren von 1996 bis 1998 wieder voll funktionsfähig restauriert.

´S Daniele Mühle auf dem Spirtzen in Richtung St. Märgen. Die alte Hofmühle aus dem Jahr 1840 mit Stauweiher gewährt Einblick in den typischen Mahlbetrieb.

Kienzlerschmiede in Kirchzarten ist eine Hammerschmiede aus dem 18. Jahrhundert. In den Jahren 1961 bis 1965 sanierte die Gemeinde Kirchzarten mit Hilfe des Denkmalamtes die alten Schmiede gründlich und umfangreich. Wasserbetriebene Hammerwerke sind seit dem Mittelalter bekannt. Der Kirchzartener Betrieb war aufgrund der Einrichtung und der Größe nie für eine industrielle Fertigung bestimmt. Hergestellt wurden Produkte für den regionalen Markt, zum Beispiel für das Handwerk, die Landwirtschaft, für Fuhrleute oder Waldarbeiter. Bearbeitet wurden sowohl große Werkstücke, die für die Handfertigung zu schwer waren, aber auch relativ feine Werkzeuge, die besonders hart sein mussten.